30 SYMPTOME FÜR TRAUMA
SYMPTOME EINES TRAUMAS
Du leidest unter vielen verschiedenen Dingen, weißt bis heute nicht so richtig was mit dir los ist? Viele deiner Symptome passen zu einigen Diagnosen, aber nichts so richtig? Hast du schon mal an ein Trauma gedacht?
Traumatisch können einmalige oder wiederkehrende Ereignisse gewesen sein, die dich und dein gesamtes System (Nervensystem, Körper, Geist, Seele, Gefühle) überfordert haben und in diesem Moment für dich nicht zu bewältigen waren. Es war zu viel, zu schnell und zu plötzlich. Um zu überleben, hat dein Organismus Symptome und Bewältigungsstrategien entwickelt, die du heute noch als Traumafolgestörungen spürst.
30 bekannte und weniger bekannte Anzeichen eines Traumas
Im Folgenden stelle ich dir aus traumatherapeutischer Sicht 30 bekannte und weniger bekannte Anzeichen einer Traumatisierung vor.

Traumasymptom Nr. 1: Du liebst es, allein zu sein.
Wirklich und so richtig entspannen, abschalten, Stress abbauen und wieder auftanken kannst du nur mit dir selbst. Du brauchst viel Zeit für dich und regelmäßigen Rückzug. Die ganze Welt, Menschen, der Alltag sind dir oft zu viel.
Die meisten Traumata sind im Kontakt mit anderen Menschen entstanden und dein Nervensystem wurde dadurch überreizt. Daher entsteht bis heute Stress im Kontakt und in Verbindungen.

Traumasymptom Nr. 2: Unabhängig zu sein, ist dir übermäßig wichtig.
Am liebsten bist du autark unterwegs, von niemandem abhängig, vollkommen eigenständig und verlässt dich auf niemanden, wenn es nicht sein muss. Du bittest auch nicht gerne um Hilfe. Am liebsten machst du alles selbst und hast dir ein Leben erschaffen, in dem das möglich ist, damit du überwiegend ohne andere Menschen auskommst. Dein Lieblingssatz könnte sein: "Ich brauche niemanden."
Du bist zu oft enttäuscht worden und hast die Erfahrung gemacht, dass du verlassen wirst, wenn du dich auf andere verlässt, und versuchst daher eine erneute Enttäuschung zu vermeiden, indem du dich nur noch auf dich selbst verlässt. Außerdem gibt dir Selbstständigkeit das Gefühl von Handlungsfähigkeit und Macht, was das Gegenteil von Trauma (Ohnmacht) ist.

Traumasymptom Nr. 3: Du kannst nicht vertrauen.
Vertrauen ist gut, aber für dich nichts, auf das man sich verlassen sollte. Kontrolle, ein Backup oder ein Plan B ist daher immer besser und notwendig für dich, dein Ass im Ärmel, weil du immer mit der Enttäuschung durch andere Menschen rechnest und diese vermeiden möchtest. Du hast kein oder wenig Urvertrauen, hast nicht das Gefühl, dass dich irgendetwas im Leben trägt oder hält. Im Gegenteil: Leben fühlt sich für dich wie ein ewiges Fallen ohne Netz und Boden an.
Meistens beinhaltet Trauma große Enttäuschungen, ständige Unzuverlässigkeit, regelmäßige Vertrauensbrüche und Vernachlässigung von unseren nahestehenden Bezugspersonen. Wenn diese uns enttäuschen und nicht für uns da sind, kann sich kein (Ur-)Vertrauen bilden.

Traumasymptom Nr. 4: Horrorszenarien im Kopf - Du rechnest grundsätzlich mit dem Schlimmsten
Sobald etwas nicht ganz nach Plan läuft, etwas schiefgeht oder du eine schlechte Nachricht bekommst, läuft bei dir im Kopf sofort das absolute Worst-Case-Szenario ab. Du rechnest immer mit dem Schlimmsten und bist innerlich eigentlich immer auf den nächsten Weltuntergang eingestellt.
Dein System, besonders dein Kopf, versucht dich zu schützen. Du fühlst dich sicherer mit etwas, mit dem du rechnen kannst. Unsicherheit oder Kontrollverlust sind unaushaltbar und vom Schlimmsten auszugehen gibt dir wenigstens die Gelegenheit darauf vorbereitet zu sein und die Kontrolle zu behalten. Außerdem besteht die Illusion, dass mit dem Schlimmsten zu rechnen keine Enttäuschung sei.

Traumasymptom Nr. 5: Du kannst dich nicht entspannen.
Du bist hypervigilant, d. h. übermäßig wachsam. Der High-Alert-Modus - Alarmstufe Rot - ist immer an, denn die Welt an sich ist ein gefährlicher Ort, an dem man gut aufpassen muss. Du checkst in Räumen immer sofort die Notausgänge, sitzt in Veranstaltungen immer außen, zählst die Leute durch und kannst sofort ihre Stimmung lesen. Jede Veränderung in Räumen nimmst du sofort wahr.
Dein System ist immer darauf bedacht, alles und jeden einschätzen zu können. Das raubt dir sehr viel Energie und lässt dich nie ganz entspannen, abschalten und ins Gute vertrauen.

Traumasymptom Nr. 6: Du hast Körperschmerzen.
Du hast schon seit langer Zeit unterschiedlichste Schmerzen in unterschiedlichen Ausprägungen, die keine konkrete Ursache haben und vielleicht sogar wandern oder sich verändern. Oft kommt auch etwas Neues dazu. Viele Arztbesuche, Untersuchungen, Behandlungen und Therapien blieben bis heute erfolglos. Manchmal denkst du sogar, dass du sie dir vielleicht wirklich nur einbildest. Du bist verzweifelt, missbrauchst eventuell Medikamente, weil du anders nicht zurechtkommst, bist hoffnungslos und weißt nicht mehr weiter, weil du nicht weißt, wann diese Schmerzen jemals aufhören werden. Du beobachtest jede Regung deines Körpers minutiös und kriegst beim kleinsten Ziehen schon Stress, was es denn jetzt schon wieder sein könnte.
Trauma manifestiert sich im Körper. Auch wenn du dich nicht erinnern kannst, war dein Körper in jeder Situation dabei, hat alles mitbekommen und gespeichert. Er hat die Traumaenergie aus Liebe in Symptome verwandelt, damit du überleben konntest, und fährt die Schmerzen nach einem Trigger oder in einer neuen Bedrohungssituation wieder hoch, um dich zu schützen.
Typisch für Trauma sind Körperschmerzen aller Art, meist in diffusen Ausprägungen, besonders im Bereich Kopf, Nacken, Schultern, Rücken, Bauch, Wirbel, Gelenke sowie Tinnitus, Schwindel, Migräne u. v. m.

Traumasymptom Nr. 7: Du bist sehr reif für den Alter.
Du giltst als besonders weise. Menschen fragen dich immer gerne um Rat. Für dein Lebensalter wirkst du überdurchschnittlich lebenserfahren und kannst anderen in schwierigen Situationen immer weiterhelfen. Dein Lebensalter passt nicht zu deinem gefühlten Alter und Menschen schätzen dich in der Regel auch älter. Du kommst auch nicht so gut mit Gleichaltrigen klar und kannst ihre Probleme oft nur belächeln. Mit Älteren hingegen fühlst du dich wohler.
Besonders Bindungs- und Entwicklungstrauma haben dich dazu gezwungen, viel früher und viel schneller erwachsen zu werden, als es gut war, weil deine primären Bezugspersonen es nicht waren und du zu früh zu viel Verantwortung übernommen hast. Das Symptom entsteht zum Beispiel dadurch, dass du früh auf deine Geschwister aufgepasst hast, viel allein warst, vernachlässigt worden bist oder einem Elternteil den Partner ersetzt hast.

Traumasymptom Nr. 8: Du hast Schlafprobleme.
Du kannst dich nicht erinnern, wann du das letzte Mal erholt aufgewacht bist oder hast keine Ahnung, wie es ist, ausgeschlafen zu haben. Du könntest immer schlafen, es wäre nie genug. Du kannst auch nur schwer oder nach langer Zeit einschlafen oder musst dir innerlich eine Erlaubnis dafür geben. Neben Einschlafproblemen hast du auch Durchschlafprobleme, träumst intensiv oder wanderst nachts schlaflos durch die Gegend, grübelst und weißt nicht, was mit dir los ist. Oft fühlst du dich wie gerädert, wenn du aufwachst.
Dein Körper verarbeitet nachts die Überreizung des Tages sowie deine Überwachsamkeit und braucht sehr viel Energie, um die separierte Traumaenergie unten und in Schach zu halten. Schlafen ist grundsätzlich auch eine "gefährliche" Sache, weil wir dabei keinen Schutz haben und am angreifbarsten sind. Daher sind auch verkürzte Tiefschlafphasen und viele Wachschlafphasen nach einer Traumatisierung typisch.

Traumasymptom Nr. 9: Du bist immer in Bewegung.
Für dich gibt es immer etwas zu tun: Du treibst exzessiv Sport oder gehst anderen Dingen nach. Dich einfach mal hinzusetzen und nichts zu tun ist für dich schwer vorstellbar oder gar nicht umsetzbar. Du bist immer am Rödeln, Machen und Tun, denn Stillstand ist ja bekanntlich Rückschritt. Beschäftigt sein und keine Zeit haben sind Alltag für dich. Und es warten immer noch 1000 Dinge, die erledigt werden müssten. Deine innere Liste wird ständig länger und neu gefüllt.
Eine wichtige Überlebensstrategie ist es, schnell und flink zu sein und sich somit nicht erwischen zu lassen. Heute hier und morgen da bedeutet nicht zuverlässig angetroffen zu werden, hält Menschen von dir fern und gibt dir das Gefühl von Sicherheit. Die vielen Beschäftigungen lenken zudem auch wunderbar von unangenehmen Gefühlen ab und geben dir (vermeintlich) Selbstwert, da du ja produktiv bist. Die Wahrheit ist: Dein Nervensystem ist teilweise oder dauerhaft dysreguliert, was du in Ruhezeiten vermehrt spürst und sich unaushaltbar für dich anfühlt.

Traumasymptom Nr. 10: Selbstaufopferung
Du bist immer da, wenn man dich braucht, hilfst, unterstützt, ohne dass man dich zweimal fragen braucht. Du gehst immer die Extrameile und übernimmst unliebsame Arbeiten, weil es ja sonst keiner macht, bleibst beim Aufräumen immer bis zum Schluss und bist die/der Erste, die/der morgens wieder für die anderen auf der Matte steht. Auch wenn es eigentlich nicht geht oder du nicht mehr kannst, findest du trotzdem einen Weg - auf deine Kosten. Kein Weg ist zu weit und kein Umstand je zu widrig. Du wirst gerne gebraucht und traust dich nicht, Nein zu sagen, wenn du um Unterstützung gebeten wirst. Grenzen setzen fällt dir schwer oder ist gar nicht möglich, zu groß ist die Angst, andere zu enttäuschen.
Du hast gelernt, dass Liebe nicht bedingungslos ist, sondern einen hohen Preis hat, nämlich Leistung und Produktivität. Das spornt dich an, dir Liebe über Anerkennung, Wert, Respekt, Achtung und Wertschätzung zu verdienen. Mit der Aufopferung machst du dich somit wichtig, bedeutungsvoll und unersetzbar, damit du gebraucht wirst.
Für das traumatisierte System ist es extrem wichtig, nicht die Bindung und Zugehörigkeit zu nahen Bezugspersonen zu verlieren, weil es diese nie hatte oder schon öfter verloren hat. Außerdem haben Menschen mit einem Trauma oft nicht gelernt, anders als über Leistung Kontakt und Bindung herzustellen. Viele sind sogar dafür belohnt worden.

Traumasymptom Nr. 11: Selbstsabotage
Du hast grundsätzlich das Gefühl, nicht voranzukommen, auch wenn du Erfolge verzeichnen kannst, fragst dich immer wieder, warum dir Dinge scheinbar nicht gelingen, du sie nicht abschließen und zu einem guten Ende bringen kannst. Du sagst vielleicht auch spontan wichtige Termine ab, gehst nicht zu Prüfungen oder schiebst andere wichtige Dinge ewig vor dir her, obwohl du eigentlich ganz genau weißt, dass sie notwendig und nicht zu umgehen sind und damit deine Probleme wahrscheinlich nur noch größer werden. Du fängst viele Dinge gleichzeitig an und hast anfangs eine große Motivation dabei, die aber spätestens kurz vor Ende verlorengeht. Eigentlich weißt du genau, was zu tun ist, aber es gelingt dir einfach nicht, genau das zu tun.
Mit Trauma hast du wahrscheinlich (sehr, oft oder beides) in deinem Leben die Erfahrung gemacht, dass dein Wirken nichts ausmacht, die Situation ausweglos ist und du nichts ändern kannst, egal, wie sehr du dich anstrengst. Daher bliebst du in der Ohnmacht gefangen, was du heute ebenfalls noch bist. Das nennt man erlernte Hilflosigkeit.
Außerdem sind dir das Nichterreichen deiner Ziele, Hoffnungslosigkeit, nicht von der Stelle kommen und Misserfolg sehr bekannt und damit ist es für dein Nervensystem viel sicherer darin zu bleiben, als Neues und Gefährlicheres zu wagen. Was würde passieren, wenn du nun auf einmal wirklich Erfolg hättest? Du wärst überfordert und könntest es wahrscheinlich nicht gut oder lange aushalten, obwohl du dich so sehr danach sehnst.
Deswegen sabotierst du dich lieber selbst. Du denkst unbewusst, dass dich selbst zu enttäuschen weniger weh tut, als wieder einmal verletztes Vertrauen von anderen zu erleben.

Traumasymptom Nr. 12: Kraftlosigkeit
Du funktionierst, aber dein System zahlt einen Preis, der im Alltag kaum sichtbar ist. Du schläfst, ernährst dich solide, nimmst dir Auszeiten und trotzdem bleibt eine bleierne Müdigkeit und Schwere, die sich nicht erklären lässt. Dein Körper fühlt sich an, als würdest du ständig gegen einen unsichtbaren Widerstand arbeiten. Jede Aufgabe kostet dich mehr Energie als anderen. Erholung erreicht dich nur oberflächlich, weil dein Geist weiter unter Spannung steht. In dir läuft ein permanenter Grundpegel an Alarm, der selbst in ruhigen Momenten nicht vollständig abklingt.
Dein Nervensystem investiert kontinuierlich Energie in Kontrolle, ins Zurückhalten von Erinnerungen, in das Stabilisieren innerer Zustände, die sich sonst überwältigend anfühlen würden. Das bindet Ressourcen, die dir im Alltag fehlen. Du bewegst dich durch den Tag, während ein Teil von dir parallel damit beschäftigt ist, deine innere Unruhe zu regulieren. Dadurch entsteht dieser Eindruck von „kaputt“, obwohl du objektiv funktionierst.
Die Erschöpfung verstärkt sich weiter, weil eine echte Regeneration ausbleibt. Schlaf wird nicht zu einem tiefen Reset, weil dein System übermäßig wachsam bleibt. Jede Ruhe konfrontiert dich noch stärker mit dieser inneren Aktivität, daher kannst du nicht vollständig Abschalten. Dein Körper bleibt in einem Zustand, der nonstop Energie verbraucht, anstatt neue aufzubauen.
Diese Dynamik ist wie ein geschlossener Kreislauf: hoher Energieverbrauch, geringe Regeneration, steigende Erschöpfung, noch mehr innere Anspannung. Du erlebst dich als wenig belastbar, obwohl dein System in Wahrheit dauerhaft Höchstleistungen im Hintergrund erbringt.

Traumasymptom Nr. 13: Du bist pflegeleicht.
Du bist angenehm, unkompliziert, leicht im Umgang und genau das bringt dir Anerkennung. Menschen erleben dich als jemanden, mit dem alles reibungslos läuft, keine großen Forderungen, keine Spannungen. Du passt dich an, gehst mit dem Strom, stellst dich auf alles ein und deine eigenen Impulse bleiben im Hintergrund. Gespräche drehen sich schnell um die anderen, Entscheidungen orientieren sich am Außen und dein Inneres bleibt weitestgehend unbekannt und im Stillen.
Du hast gelernt, dass Sichtbarkeit deiner Bedürfnisse Konsequenzen nach sich zieht, die du als Kind nicht tragen konntest. Dein System hat darauf reagiert, indem es sich zurückgenommen hat. (Über-)Anpassung wurde zu einer präzisen Fähigkeit, die dir Sicherheit verschafft. Du erkennst früh, was andere brauchen, und stellst dich darauf ein, bevor überhaupt ein Konflikt entstehen kann.
Im Erwachsenenleben mag diese Strategie dich stabilisieren. Du bist präsent, aber nie vollständig beteiligt. Beziehungen verlaufen ruhig, doch ein Teil von dir bleibt unsichtbar. Dadurch entsteht Einsamkeit, die schwer zu greifen ist, weil im Außen alles harmonisch erscheint.
Grenzen fühlen sich ungewohnt an, deine Wünsche wirken übertrieben und sobald du dich in den Mittelpunkt stellst, reagiert dein System mit Angst und Anspannung. Dein System bewertet jeden Selbstbezug als Risiko. Dadurch bleibst du in einer Rolle, die dir zwar Sicherheit gibt, aber deine Handlungsmacht und Individualität immer kleiner werden lässt.

Traumasymptom Nr. 14: Du vermeidest.
Dein Leben wird schleichend enger, um alles verbunden mit der traumatischen Situation zu vermeiden. Du streichst Dinge, die dir einmal wichtig waren, Arbeitswege oder lange Strecken und Flugreisen, Orte, Begegnungen, Situationen, und ersetzt sie strategisch durch Varianten, die sich kontrollierbarer anfühlen. Du organisierst deinen Alltag drumherum.
Dein System reagiert auf kleinste Hinweise, die dich an frühere Erfahrungen erinnern könnten, und bewertet sie als Risiko. Es unterscheidet nicht sauber zwischen damals und heute, sondern arbeitet mit Ähnlichkeiten, Stimmungen und Dynamiken. Du entwickelst so Strategien, um Situationen zu umgehen, bevor sie entstehen. Kurzfristig mag dich das entlasten, weil die Anspannung sinkt. Langfristig verstärkt sich deine Überzeugung, dass diese Situationen tatsächlich nicht bewältigbar sind, und es entstehen neue Ängste. Du bewegst dich innerhalb eines Rahmens, der dir zwar Schutz verspricht, aber dich gleichzeitig einschränkt.

Traumasymptom Nr. 15: Du bist hochsensibel.
Deine Wahrnehmung arbeitet feiner, schneller, intensiver. Reize dringen tiefer ein, bleiben länger in deine System und verketten sich miteinander. Geräusche, Licht, Stimmungen, unausgesprochene Spannungen im Raum: All das erreicht dich nicht nur, es bleibt auch länger bei dir. Während andere die Reizdichte filtern können, verarbeitest du sie vollständig.
Wichtig ist: Überreizung entsteht nicht erst durch extreme Situationen, sondern bereits im Alltag. Die Bahn voller Menschen, viele Gesprächstermine hintereinander oder wechselnde Sinneseindrücke in kurzer Zeit: All das summiert sich. Dein Körper reagiert darauf mit Anspannung, Rückzugsimpulsen und dem Wunsch nach Reduktion. Stille wird deshalb für dich zu einem notwendigen Gegenpol.
Diese Sensibilität ist eine präzise Anpassung deines Systems, denn es hat gelernt, früh zu erkennen, schnell zu reagieren und differenzierter alles um dich herum wahrzunehmen. Gleichzeitig stellt das eine dauerhafte Beanspruchung dar, die dich an deine Grenzen bringen kann, wenn es keine ausreichende Regulation gibt.

Traumasymptom Nr. 16: Du kannst dich nicht erinnern.
Dein Gedächtnis ist lückenhaft, weil dein System dich selektiv schützt. Erinnerungen entstehen nicht nur über Fakten, sondern über eine emotionale Verknüpfung. Wenn genau diese Verbindung damals unterbrochen wurde, werden Bilder, Zeiträume oder ganze Abschnitte nicht mehr verfügbar, als hättest du keinen Zugriff darauf.Du schaust auf Fotos und erkennst die Situation, aber dir fehlen die Bezüge. Andere erzählen Geschichten über dich, während dein eigenes Erleben daneben wie ein Zuschauer ohne Erinnerung an die Szene ist. Dein System hat Inhalte nicht gelöscht, sondern nur abgespalten, damit du in genau diesen Momenten weiter funktionieren konntest.
Situationen, die dein Nervensystem überfordert haben, wurden nicht integriert, sondern getrennt gespeichert. Dadurch bleibst du im Alltag stabil, während die eigentliche Erfahrung keinen Platz in deiner bewussten Erinnerung bekommt. Hinzu kommt, dass Entwicklungsschritte im Gedächtnis an Sicherheit gekoppelt sind. Wenn du als Kind dauerhaft unter Druck stehst, verschiebt sich der Fokus weg von spielerischem Erleben hin zu Anpassung und Wachsamkeit. Erinnerungen werden dann nicht aufgebaut wie ein zusammenhängender Film, sondern wie einzelne Fragmente ohne Verbindung.
Dein System schützt damit nicht nur den Zugriff auf deine Vergangenheit, sondern auch deine Gegenwart. Der fehlende Zugriff mag sehr irritierend sein, aber gleichzeitig ermöglicht er es dir, weiterzumachen, ohne permanent von alten Zuständen überflutet zu werden.

Traumasymptom Nr. 17: Du weißt nicht, wer du bist.
In einem Moment bist du entschieden, im nächsten passt du dich an, reagierst anders, fühlst anders, denkst anders. Das wirkt widersprüchlich, doch dahinter steckt vielleicht pure Anpassung, die sich wegen einer traumatischen Situation gebildet haben könnte.
Dein Verhalten hat sich früh an äußeren Erwartungen ausgerichtet. Du hast gelernt, dich so zu zeigen, sodass du akzeptiert wirst, Konflikte vermeiden kannst, Harmonie und Beziehungen sicherst. So entstand eine Vielzahl von Ich-Versionen, die jeweils situativ auftauchen.
Rückmeldungen von außen verstärken deine Verunsicherung vielleicht sogar. Die eine Person beschreibt dich als stark, die nächste als sensibel, eine dritte erlebt dich als distanziert. Du versuchst, daraus ein stimmiges Selbstbild zu formen, doch die Puzzleteile widersprechen sich. Dein System kennt keine feste Referenz, an der es sich orientiert, weil diese Referenz nie entstehen konnte.
Hinzu kommt, dass du deine ursprünglichen Impulse, Bedürfnisse und Reaktionen über lange Zeit angepasst hast. Wenn du dich regelmäßig korrigierst oder übergehst, wird es mit der Zeit schwer, zwischen dem zu unterscheiden, was wirklich du bist, und dem, was du gelernt hast zu sein.
Jede Anpassung war funktional und hat dich durch Situationen gebracht, in denen dein ursprüngliches Sein keinen Raum haben durfte. Jetzt ist dein Selbstbild diffus, weil du mehrere erlernte Strategien gleichzeitig in dir trägst, ohne sie klar voneinander zu trennen.

Traumasymptom Nr. 18: Du bist höchst empathisch.
Du betrittst einen Raum und nimmst sofort wahr, wie es den Menschen darin geht, noch bevor jemand ein Wort sagt. Deine Wahrnehmung arbeitet schnell, präzise und ohne bewusste Anstrengung. Du liest Spannungen zwischen Menschen, ihre Stimmungen und unausgesprochene Dynamiken, als wärst du Teil dessen.
Dein System hat gelernt, kleinste Veränderungen im Verhalten anderer früh zu erkennen, weil davon abhing, wie du dich verhalten solltest. Diese feine Abstimmung hat dich bis heute zu einem emotionalen Scanner gemacht. Du erkennst deshalb deine eigenen Gefühle und Bedürfnisse nicht mehr oder stellst sie in den Hintergrund, passt dich schnell an, regulierst Menschen und Gespräche, beruhigst Situationen und bleibst dabei immer flexibel, damit du sicher bist und Eskalationen gar nicht erst entstehen.
Diese Empathie ermöglicht zwar Nähe und Verständnis, gleichzeitig braucht sie viel Energie, denn du bist ständig in Resonanz mit anderen, auch wenn du es nicht bewusst machst. Dein System bleibt hellwach, selbst in Momenten, in denen du eigentlich Ruhe und Abgrenzung brauchst oder diese auch vermeintlich hast - im Außen, nicht aber im Inneren.
Deine Empathie ist wertvoll, sie braucht jedoch auch dich. Solange dein Fokus ausschließlich im Außen liegt, bleibst du zweitrangig.

Traumasymptom Nr. 19: Du rettest immer alle und alles.
Andere rufen dich, sobald sie nicht weiterkommen, oder du übernimmst schon die Verantwortung, bevor jemand sie dir überträgt. Dahinter kann eine Traumareaktion stecken:
Als Kind hast du Spannungen in deinem Umfeld reguliert, weil deine Sicherheit davon abhing. Dein Nervensystem scannt deshalb bis heute pausenlos nach Gefahren und beruhigt sich erst, wenn es anderen gut geht. Diese Hypervigilanz - übermäßige Wachsamkeit - kostet dich enorme Kraft, während deine eigenen Bedürfnisse kaum Raum bekommen. Dein Körper darf Sicherheit auch ohne Retten erleben lernen.

Traumasymptom Nr. 20: Ängste
Angst begleitet dich als dauerhaftes Grundrauschen, das deinen Blick auf die Welt schwarz färbt und jedes Vorhaben nach Risiken absucht. Angst vor Menschen, Orten, bestimmten Situationen, dem Ende, Sterben: Vielleicht kannst du auch gar nicht so genau sagen, wovor du eigentlich Angst hast. Ob konkrete oder diffuse oder soziale Angstzustände: Ängste können eine Traumafolge sein.
Du hast vielleicht mindestens eine Situation erlebt, in der etwas Unvorhersehbares geschah und Angst real wurde, in der dir jede Kontrolle fehlte. Dein Nervensystem verharrt seitdem in chronischer Übererregung. Heute eilt dein Denken ständig voraus und sichert ab, was noch gar nicht da ist.

Traumasymptom Nr. 21: Perfektionismus
Du siehst Details, die andere übersehen, und überarbeitest alles so lange, bis sie deinem Maßstab entsprechen - sowohl privat als auch beruflich.
Perfektionismus kann eine Traumafolge sein, wenn du früh erfahren hast, dass Anerkennung, Zuwendung, Fürsorge und Harmonie an Leistung geknüpft waren.
Dein Nervensystem wertet deshalb jeden Fehler als Bedrohung für die Verbindung zu anderen Menschen und als persönliches Versagen. Du musst besser sein und es geht immer noch einen Deut besser, weil du nie genug warst. Also erfüllt kein Ergebnis deinen Maßstab je vollständig und du gerätst in einen Kreislauf aus Anspannung und Erschöpfung.

Traumasymptom Nr. 22: Dissoziation
Du fühlst dich taub, dumpf, von dir entfremdet und wie abgeschnitten von allem, als lägest du unter einer Glocke oder in Watte. Deinen Körper nimmst du kaum wahr und einzelne Körperregionen fühlen sich an, als gehörten sie nicht zu dir. Die Welt wirkt entrückt, als würdest du sie aus großer Entfernung betrachten. Bilder oder Filme laufen vor deinem geistigen Auge automatisch ab, ohne dass du sie stoppen kannst. Du lebst dadurch fast ausschließlich in deinem Kopf.
Diese Abspaltung ist eine Traumafolge: Als Kämpfen oder Flüchten unmöglich war, hat dein Nervensystem dich erstarren lassen und weggebeamt, damit du die Situation überstehen konntest. Unter Stress oder in ähnlichen Situationen springt derselbe Mechanismus heute erneut an. Du funktionierst nur noch. Die Empfindungen, die du damals nicht fühlen konntest, holen dich später wieder ein, zum Beispiel in Form von Flashbacks.

Traumasymptom Nr. 23: Arbeiten bis zum Umfallen
Dein Arbeitspensum sprengt jedes gesunde Maß, Produktivität und Nützlichkeit stehen für dich an erster Stelle. Du übergehst deine Bedürfnisse und gönnst dir trotz großer Erschöpfung weder Pausen noch Urlaub. Nichtstun fühlt sich schwer an und wird dir schnell langweilig, bis dich die Arbeit wieder packt. Deine Ziele und Ambitionen liegen hoch, vielleicht ist deine Wand voller Zeugnisse und Zertifikate. Die nächste Weiterbildung wartet schon, bevor du die aktuelle abgeschlossen hast.
Auch Arbeitszwang kann eine Traumafolge sein: Du hast früh erfahren, dass du so, wie du bist, nicht genügst, und dir Liebe deshalb durch Leistung erarbeitet. Darum stellt sich nach einem erreichten Ziel keine Zufriedenheit ein und du beginnst sofort mit dem nächsten Projekt. Arbeit lenkt dich zudem von Gefühlen wie Traurigkeit und Einsamkeit ab und poliert deinen Selbstwert auf. Durch Wissen und Erfolge verschaffst du dir ein Gefühl der Überlegenheit gegenüber anderen.

Traumasymptom Nr. 24: Beziehungsprobleme
Deine Beziehungen verlaufen schwierig, enden schnell oder versinken in Auseinandersetzungen, Streit, Vertrauensbrüchen und Betrug. Dabei sehnst du dich danach, endlich bei einem Menschen anzukommen, doch dasselbe Drama wiederholt sich immer wieder. Du fühlst dich schnell angegriffen und flüchtest dann oder du meidest Beziehungen von vornherein. In einer Partnerschaft fühlst du dich unfrei oder gleichzeitig fällt es dir schwer, allein zu sein. Deine Bedürfnisse und Grenzen zu kommunizieren, gelingt dir kaum. Selbst unter Menschen fühlst du dich zutiefst einsam, weshalb dir zum Beispiel Tiere oft sympathischer sind.
Deine ersten Bindungserfahrungen mit deinen Bezugspersonen haben dich verletzt und geprägt? Dann hast du in deiner Familie toxische oder missbräuchliche Beziehungsmuster erlebt und dein Nervensystem kennt bis heute keine anderen. Aus Liebe zu deinem Herkunftssystem und in der Hoffnung, es doch noch zu ändern, wählst du zuverlässig Menschen, die emotional nicht verfügbar sind oder dich schlecht behandeln. Für dein Nervensystem fühlt sich genau das vertraut und deshalb sicher an.

Traumasymptom Nr. 25: Du bist der Fels in der Brandung.
Bei dir fühlen sich alle sicher, weil sich jeder Mensch in deinem Umfeld hundertprozentig auf dich verlassen kann. Du übernimmst mühelos Verantwortung, auch für andere, und findest für jedes Problem eine Lösung. Du arbeitest schneller und organisierter als andere und vergisst dabei nichts. In Krisen und Katastrophen bleibst du ruhig und besonnen und dienst allen als Anker. Bei kleinen Dramen dagegen gehen dir erstaunlich schnell die Nerven durch. Für deine Fähigkeit, zu vermitteln und zu deeskalieren, genießt du hohes Ansehen, und nicht selten bekleidest du Ehrenämter, die genau diese Stärken erfordern.
Du warst die stärkste und belastbarste Person in einem Familiensystem voller Dramen und Dauerstress. Da dein Überleben gefährdet war, hast du gelernt, dass Souveränität und Besonnenheit deine einzige Chance zum Durchkommen darstellten. Du musstest aufgebrachte Erwachsene beruhigen und Konflikte schlichten, um Schlimmeres abzuwenden. Als Kind hast du einen Elternteil ersetzt und für deine Eltern oder Geschwister gesorgt. Diese Parentifizierung hat dich viel zu früh erwachsen werden lassen.

Traumasymptom Nr. 26: Du fühlst dich schon immer "anders".
Du fühlst dich schon immer wie ein Alien oder wie der Englishman in New York? Du fühlst dich ausgegrenzt und kannst in Gesprächen mit Gleichaltrigen kaum mitreden? Unter Älteren fühlst du dich dagegen deutlich wohler und besser verstanden? Seit jeher begleitet dich das Gefühl, dass du anders bist und dein Leben anders verlaufen ist als bei anderen. Deine Besonderheit gefällt dir, doch gleichzeitig macht sie dich einsam.
Der Grund: Deine Kindheit und deine Erfahrungen verliefen schlichtweg anders als bei anderen. Dinge, die zu einer gesunden Entwicklung gehören, kamen zu früh oder fehlten ganz. Du hast Dinge erlebt, die ein Kind nie erleben sollte, und sie haben dich geprägt. Deshalb handelst du oft nicht altersgerecht und verstehst die Lebenssituation anderer Menschen nur schwer. Deine Traumaerfahrungen trennen dich von Menschen mit einer „normalen“ Entwicklung und nähren das Gefühl, dass mit dir etwas nicht stimmt.

Traumasymptom Nr. 27: Gestörtes Essverhalten
Du isst zu viel, zu wenig, zu unregelmäßig oder zu ungesund. Dein Essverhalten wechselt in Phasen. Unter Stress verlierst du die Kontrolle darüber, was und wie viel du isst. Seit Jahren kämpfst du vergeblich gegen Über- oder Untergewicht, doch gesunde Ernährung, Diäten und regelmäßiger Sport halten nie lange an. Du isst unabhängig von deinem Hungergefühl, entweder bei jeder Gelegenheit oder gar nicht. Nachts überfallen dich vielleicht sogar Essattacken, gegen die du dich machtlos fühlst. Dein Körper reagiert anders, als Ernährungsberater und Fitnesstrainer es dir versprechen.
Stress verändert deinen Stoffwechsel und deinen Hormonhaushalt. Dein Körper speichert Energie deshalb bereitwilliger und gibt sie nur ungern wieder her. Da deine ständige Alarmbereitschaft enorme Energie verbraucht, holst du sie dir über Nahrung zurück. Essen sichert das Überleben am einfachsten und war in deiner Kindheit womöglich nicht immer verlässlich verfügbar. Mehr Gewicht dient deinem Körper zudem als Schutzhülle, die Distanz schafft und eine sichtbare Grenze setzt. Ein sehr geringes Gewicht erzeugt ebenfalls Abstand, weil es dich zerbrechlich und unnahbar oder gar schützenswert wirken lässt.

Traumasymptom Nr. 28: Du lebst im Mangel.
Deine Grundeinstellung zum Leben ist pessimistisch, denn für dich ist das Leben hart und kein Ponyhof. Du erwartest nichts, damit dich niemand enttäuschen kann. Geld zerrinnt dir zwischen den Fingern, obwohl du hart dafür arbeitest. Du hast Schulden und kommst finanziell kaum über die Runden. Dir fehlt es an Zeit, Energie, Freund*innen, einem guten Umfeld und einem passenden Job. Nichts in deinem Leben ist dauerhaft in ausreichendem Maß vorhanden.
Dieses Mangelerleben ist eine Traumafolge, denn Trauma entsteht aus Mangel an Liebe, Zuwendung, Geborgenheit, Sicherheit, Aufmerksamkeit, bedingungsloser Annahme und Versorgung. Auch Vernachlässigung, Grenzüberschreitungen, Gewalt und Missbrauch hinterlassen traumatische Spuren. Fülle hast du nie erfahren, deshalb fühlt sie sich fremd und sogar bedrohlich an. Du hast erlebt, dass andere dir Gutes schnell wieder wegnahmen.

Traumasymptom Nr. 29: Prokrastination
Du weißt genau, was zu tun wäre, und schiebst es trotzdem immer wieder auf. Du stehst kurz vor dem Erfolg, schaffst jedoch die letzten Schritte nicht, um deine ausgearbeiteten Pläne umzusetzen. Das frustriert dich zutiefst, weil du alles Nötige mitbringst und weißt, wie es gelingen könnte. Trotzdem bekommst du deine PS einfach nicht auf die Straße. Du lenkst dich mit Kleinkram ab und ständig kommt etwas "Dringenderes" dazwischen. Deine Fähigkeiten voll auszuschöpfen, erscheint dir dadurch unerreichbar.
Aufschieberitis - Prokrastination - kann eine Traumafolge sein: Du hast erfahren, dass sich große Anstrengung nicht lohnt, weil niemand deinen Erfolg gesehen oder gewürdigt hat. Oder du hattest Angst, dass andere nach einem Erfolg noch mehr von dir verlangen. Deine Ergebnisse reichten nie aus, weil andere sie unsachlich kritisierten. Seitdem begleitet dich bei jedem Vorhaben die Angst zu scheitern. Große Erfolge bringen zudem Sichtbarkeit mit sich und Sichtbarkeit war für dich früher womöglich lebensgefährlich.

Traumasymptom Nr. 30: Du hast das Gefühl, nie genug zu sein.
Egal, was du tust, es reicht in deinen Augen niemals aus. Du sprichst erbarmungslos mit dir, vergleichst dich permanent mit anderen, kritisierst dich hart und arbeitest kompromisslos an dir. Selbstoptimierung ist deine Religion, du stellst die höchsten Ansprüche an dich. Gefühlt belohnt das Leben immer jemand anderen, egal, wie sehr du dich anstrengst. In schwachen Momenten möchtest du alles hinwerfen und regelrecht versagen. Stellt sich ein Erfolg ein, fühlst du dich wie ein/e Hochstapler/in und redest ihn klein. Genießen kannst du deine Erfolge dadurch kaum.
Die harte Stimme der Selbstverurteilung gehört deinen frühen Bezugspersonen, denen nichts genügte. Sie fühlten sich selbst unzulänglich und permanent überfordert. Du solltest ihren Mangel füllen, was niemals gelingen konnte. Deine Bezugspersonen lehnten dich für das ab, was du wirklich bist, und beschäftigten sich nie tiefgehend mit dir. Seitdem jagst du mit Weiterbildungen und Zertifikaten dem Gefühl hinterher, dass es irgendwann endlich gut ist. Du lebst mit der Überzeugung, erst eine zukünftige Version von dir werden zu müssen, damit du genügst.
Hinweis:
Bei den oben aufgeführten Informationen geht es mir als Traumatherapeutin nicht darum, es anderen zu ermöglichen, eine Selbstdiagnose vorzunehmen oder gar Fremddiagnosen zu stellen. Die aufgeführten Symptome können auch auf andere Erkrankungen hinweisen, hängen stark von ihrer Ausprägung und dem Zusammenhang, sowie der Vorgeschichte eines Menschen ab und dienen lediglich der möglichen Selbsterkundung und -erfahrung, sowie Orientierung und Einordnung innerhalb eines Selbsterfahrungs- und Informationsprozesses. Sollten Unsicherheiten oder der Verdacht einer ernsthaften psychischen Erkrankung auftreten, wird darauf hingewiesen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

